Förderschule des Oberbergischen Kreises mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Wir wollen die lebenspraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Schüler Grund legen, verbessern und ausbauen.

Die lebenspraktische Erziehung ist der originäre Aufgabenbereich der Arbeit an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Heute ist er nicht mehr der Einzige aber immer noch ein sehr wichtiger Bereich. Methodisch stehen hier das Üben, Wiederholen, die Gewöhnung, u. U. auch die Konditionierung und therapeutische Vorgehensweisen im Vordergrund.

Die körperliche Ertüchtigung und der Aufbau einer Grundausstattung von praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten sind das Ziel.

Es beginnt damit, dass einfachste Grundfunktionen aufgebaut werden müssen: die Wahrnehmungsfähigkeit im taktilen, akustischen und optischen Bereich, die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit, die Nachahmungsfähigkeit, die Fähigkeit, das eigene Körperschema zu erkennen, die Kommunikationsfähigkeit (Mimik, Gestik, Bilder, Symbole, Zeichensysteme), Sprachanbahnung und Sprachaufbau. Bei einigen Schülern ist auch Sprachtherapie notwendig.

Es geht weiter mit dem Aufbau einfachster Grundaktivitäten. Das ist der Bereich der Bewegungserziehung. Hierzu gehört die Förderung der Feinmotorik (greifen, begreifen, festhalten, loslassen, werfen, heranholen, wegschieben usw.) und der Grobmotorik (kriechen, krabbeln, laufen, fahren, Hindernisse überwinden, Treppe steigen, klettern, springen, hüpfen usw.). In vielen Fällen ist hier auch Krankengymnastik angezeigt.

Das Vorhandensein einfachster Grundfunktionen und Grundaktivitäten ist Voraussetzung für den Aufbau lebenspraktischer Grundfertigkeiten. Das Übungsfeld ist hier unendlich breit. Dazu gehört:

  • die Körperpflege (Toilettengang, Waschen, Kämmen, Zähneputzen, Erste Hilfe)
  • der Umgang mit Nahrung (Gebrauch von Löffel, Gabel, Messer, Essverhalten, Essgewohnheiten)
  • der Umgang mit Kleidung (An- und Ausziehen der verschiedensten Kleidungsstücke, Schließen und Öffnen von Knöpfen, Reißverschlüssen, Schuhbändern und Gürteln, Aussehen von Kleidung)
  • der Gebrauch von Werkzeugen (Schere, Bleistift, Klebestift, Pinsel, Hammer, Säge, Bohrmaschine)
  • der Gebrauch von Haushaltsgeräten (Radio, Fernseher, Staubsauger, Mixer, Herd, Waschmaschine, Bügeleisen und Bügelmaschine)
  • die Tätigkeiten der täglichen Hausarbeit (Kleider aufhängen, Essen vorbereiten, Tisch decken, Abräumen, Spülen, Kehren, Putzen)

 

Zu den lebenspraktischen Grundfertigkeiten gehören auch die sog. Kulturtechniken Lesen, Rechnen und Schreiben bis hin zum Umgang mit modernen Medien und Technologien (Computer).

Der erfolgreiche Aufbau lebenspraktischer Fertigkeiten ist manchmal davon abhängig, dass pathologische Verhaltensweisen abgebaut werden. Stereotypien, Echolalien, Autoaktivitäten oder Autoaggressionen sind hier zu nennen. Sie behindern oft den Erwerb anderer Fähigkeiten. Ihr Abbau ist daher auch ein wichtiges Aufgabenfeld der lebenspraktischen Erziehung.

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